Alex's Modellbauseite
         
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"Alle Guten Dinge sind drei", so meint ein Sprichwort. Aber übertreiben wollte ich es nicht als ich mich entschloß, eine zweite Me-109 aus ihrem tristen und halbfertigen Dasein zu holen. Auf einer Me-109 von Engel habe ich das Fliegen eines Tiefdeckers erlernt. Es ist ein sehr gutmütiges Modell und mir richtig ans Herz gewachsen. Leider hat die erste Me-109 so manchen Flugfehler ausbügeln dürfen, indem sie der Erde mit Ihrer Knautschzone so manches Mal die Stirn gezeigt hat. Dadurch hat sie an Schönheit etwas verloren gehabt, als ich mein Hobby nach längerer Pause wieder aufgenommen habe. Aber da stand ja noch eine zweie Me-109 auf dem Dachboden. Von meinem Vater gebaut, transparent bespannt und mit einem Dreibeinfahrwerk ausgestattet, stand das Modell schon seit vielen Jahren auf dem Boden. Da mein Vater nie zum Tiefdecker fliegen gekommen war, es jetzt nicht mehr lernen wollte, ein Flugzeug zum Fliegen da ist und ich materiellen Bedarf hatte, wanderte das Modell in meinen Besitz über. Allerdings fand ich die Dreibeinausstattung nicht gerade passend für eine Me-109. Ein Zweibeinfahrwerk sollte es wieder sein, ganz wie das original. Die Baupläne waren nicht mehr vorhanden aber ich wußte, daß zum Umrüsten die Tragfläche geöffnet werden mußte. Die Fahrwerksaufnahme muß weiter vorne vor dem Schwerpunkt in der Tragfläche sitzen, damit das Flugzeug nach der Landung auch korrekt nach hinten kippt. Aber einfach nur ein Fahrwerk umbauen, Technik installieren und losfliegen……? Nein, daß konnte es nicht sein. Zwei gleiche Modelle, da fehlte mir auch der Reiz, denn die alte Me-109 wollte ich nicht veräußern. Irgendwie mußte sich die neue Me-109 von der alten unterscheiden. Ein Einziehfahrwerk war dann die Idee, die in mir den Bautrieb weckte. Die Herausforderung war geboren.
Als erstes wurde die neue, aber schon rechte alte und spröde Bespannung vom Modell entfernt. Im nächsten Schritt wurde die Beplankung der Tragfläche entfernt und der Rumpf oben geöffnet. Die alten Klebestellen an der Tragfläche wurden mit dem Dremel vorsichtig aber gründlich von Kleberesten befreit. Eine ziemlich langwierige Arbeit die nicht gerade Bauerfolge zeigt, wenn man abends den Baukeller verläßt. Aber da mußte ich nun durch. Nun ging es auf Fahrwerkssuche. Maß nehmen und im Internet stöbern. An dieser Stelle kam das erste größere Problem. Obwohl der Bauplan nicht mehr vorhanden war, so konnte ich mich noch daran erinnern, daß die Fahrwerksstähle auf der Zeichnung schräg nach vorne zeigten, so daß sich die eigentliche Radposition vor der Nasenleiste der Tragfläche befand. Aus Erfahrung mit der "alten" Me-109 wußte ich, daß das Modell nach der Landung stark zum Überkippen nach vorne neigt, wenn der Fahrwerksstahl durch mehrere harte Landungen nicht mehr nach vorne gerichtet ist, sonder gerade nach unten zeigt. Nach einiger Überlegung stand fest, das Einziehfahrwerk muß schräg eingebaut werden, damit das Ziel des nicht Überkippens realisiert werden kann. Aber der geplante schräge Einbau einer Fahrwerksmechanik brachte andere Probleme mit sich. Die Räder liegen nach dem Einziehen nicht flach in der Tragfläche, sonder schräg. Was nun? Entweder hätten die Räder oben aus der Tragfläche geschaut, oder ich hätte derart kleine Räder montieren müssen, daß ein Starten oder Landen auf Rasen nicht möglich gewesen wäre. Eine dritte Lösung mußte her. Nach längerer Überlegung kam ich zu dem Schluß, daß das Fahrwerk drehbar sein mußte. Nur wie? Das Fahrwerk war noch nicht definiert und so ging erstmal der Bau am Rumpf weiter. Das Bugfahrwerk wurde demontiert und die Züge zum Leitwerk im inneren wurden getauscht und in Ihrer Länge den Bedürfnissen angepaßt. Im Anschluß wurde der Rumpf wieder geschlossen. Jetzt mußte noch die Kabinenhaube neu aufgebaut werden. Die Haube selber war defekt und der hölzerne Teil vor Ihr war nicht gerade paßgenau. Ein Anruf beim Hersteller ergab das erwartete Ergebnis. Die Haube sei evtl. in ein paar Monaten noch mal lieferbar. Wer es glaubt….. Die Suche im Internet wurde jetzt also intensiviert. Ein Fahrwerk und eine neue Haube mußten her. Bei dem Fahrwerk stieß ich auf ein Model der Fa. Gietzendanner. Ein elektrisch betriebenes Fahrwerk, welches recht vielversprechend war. Über einen elektrischen Schalter wird zwischen der Ein- und Ausfahrfunktion umgeschaltet. Die Endabschaltung ist im Fahrwerk integriert. Prima dachte ich und bestellte das Fahrwerk. Ein paar Tage später habe ich auch einen Lieferanten für Kabinenhauben ausfindig gemacht. Eine Firma die sich auf Kabinenhauben spezialisiert hat und diverse Formen für Me-109 Hauben besitzt war mein Joker. Nach einem klärenden Telefonat habe ich meine gerissene Haube als Muster zu der Firma geschickt, und eine fast passende Haube zurückbekommen. Die kleinen Maßabweichungen waren nicht so schlimm, da der hölzerne Teil vor der Haube ja auch neu aufgebaut werden mußte. Dadurch konnte die Haube paßgenau in die Modellsilhouette integriert werden. Mittlerweile war auch das Fahrwerk angekommen und konnte eingepaßt werden. Zuvor aber wurde noch ein Abwurfmechanismus für eine Bombe in die Tragfläche integriert. Leider gab es die Bombe nicht mehr in grau, wie in früheren Jahren. Aber wozu gibt es Farbe? Jetzt aber das Fahrwerk integrieren. Zuerst wurden die Fahrwerksträger gefertigt und provisorisch montiert. Die Fahrwerke mußten genau ausgerichtet werden, damit das Modell später auch geradeaus fährt. Nach erfolgreicher "Vormontage", wurde den Rädern ihr Platz zugewiesen. Schnell wurde klar, daß die unteren stabilisierenden Gurte im Weg waren. Daher wurden schon einmal die Stellen angezeichnet, an denen die Gurte weichen mußten. Nachdem ich mir sicher war, daß keine wesentlichen Änderungen mehr folgen würden, wurden die Gurte durchtrennt. Jetzt kam einer der kniffeligsten Bauabschnitte auf mich zu. Der Drehwinkel des Fahrwerkes mußte realisiert werden. Die Federbeine wurden hierzu im Bereich der Befestigungsschraube der Fahrwerksaufnahme eingefräst. Dadurch wurde die klemmende Wirkung aufgehoben und die Schrauben hatten nur noch eine arretierende Wirkung. Damit die Federbeine sich nicht unkontrolliert hin und her bewegen konnten, habe ich jeweils eine Spurstange montiert. Der nächste Schritt war dann Fleißarbeit. Die richtige Fixierposition des anderen Spurstangenendes mußte gefunden werden, an der das Fahrwerk den korrekten Drehwinkel hat. Ca. 30° waren von Nöten, um das Fahrwerk jeweils in die richtige Position zu bringen. Nach etlichen Versuchen war die Position ermittelt. Und die endgültige Fixierung der Fahrwerksmechanik konnte durchgeführt werden. Nun mußte noch die alte Stabilität der Tragfläche wieder hergestellt werden. Die Gurte, durch welche einst die Flächenbelastung geführt wurde, mußten ersetzt werden. Hierzu wurde die Tragfläche in den markanten Bereichen mit Sperrholz verstärkt. Zum Schluß wurde eine separate Stromversorgung des Fahrwerkes montiert und die Kabel der einzelnen Komponenten innerhalb der Tragfläche sauber verlegt. Die Servokabel wurden auf einen Sammelstecker zusammengeführt, welcher die Aufbauzeit auf dem Flugplatz erheblich verkürzt. Mittlerweile hatte sich in der Fläche so allerhand Technik angesammelt und es stellte sich mir die Frage, wie diese im Zweifelsfall gewartet werden könnte. Ein Zugang mußte geschaffen werden. Damit nicht jedes Mal die Bespannung völlig zerstört wird, habe ich mich für eine Schraubkonstruktion entschieden. Die gefährdeten Bereiche der Ober- und Untereiterseite wurden hierzu nicht mit Balsaholz beplankt. Aus Sperrholz gleicher Stärke wurden dann paßgenaue Stücke ausgeschnitten, welche dann über einem Einkochtopf mit kochendem Wasser gebogen wurden, bis sie dem Tragflächenprofil entsprachen. Diese Stücke wurden dann mit einer Vielzahl von Schrauben auf den Rippen der Tragfläche montiert. Als nächstes folgte eine komplette Prüfung der Technik in der Tragfläche. Querruderservos, Einziehfahrwerk und auch der Bombenabwurf funktionierten einwandfrei. Wieder war ein Teilabschnitt fertig. Jetzt ging es darum, die überarbeitete Tragfläche noch an den Rumpfausschnitt anzupassen. Dies stellte sich aber nicht mehr besonders aufwendig dar.
Zurück zum Rumpf. Dieser war ja auch schon fortgeschritten und fertig, die Technik aufzunehmen. Zwei Rudermaschinen für das Leitwerk und eine für die Motordrosselung. Die Züge wurden ebenfalls erneuert, da die lange Lagerzeit auf dem Dachboden auch nicht zu mehr Leichtgängigkeit geführt hatte. Nun war es an der Zeit, den Motor einzupassen. Ein Magnum 91 sollte die Me-109 die nötige Leistung erpassen. Durch die vollbeplankte Tragfläche mit all Ihrer Ausstattung, war ganz schön Gewicht zusammengekommen. Da der Rumpf jedoch sehr schmal ist, paßt nicht jeder größere Motor vorne in die Motorhalterung. Der 91'er Ringmotor von Magnum baut am Befestigungsflansch ca. 8mm schmaler als sein ABC Bruder. Und diese 8mm waren entscheidend. Ganz knapp ließ sich das Triebwerk an seinen Platz integrieren, denn ursprünglich ist das Modell nur für ca. 8 - 10 ccm Motore gedacht.
Der Spannende Teil der Bauphase war jetzt zu ende und dies führte dazu, daß ich fotografierfaul wurde. Im letzten Bauabschnitt ging es noch darum, die Ruder neu einzupassen und neu zu bespannen. Da die Me-109 olivgrün werden sollte, bin ich um einen Farbanstrich nicht herumgekommen. Daher habe ich die Me-109 zuerst transparent bespannt. Dies hatte sich in der Vergangenheit bewährt, da die Farbe darauf ziemlich gut deckte. Zum Abschluß wurden noch die Balkenkreuze angebracht, welche für die Me-109 typisch waren. Auf die typische Seitenflossensymbolik habe ich verzichtet. Man kommt dabei zu schnell in rechtliche Grauzonen und nicht jeder der darauf zukommt, hat Verständnis hierfür. Unser benachbartes Ausland geht mit dieser Thematik übrigens erheblich toleranter um, wie ich bei einer Flugschau mit historischen Flugzeugen erfahren habe.
Nun war es soweit. Der Tag der Wahrheit war gekommen und die Me-109 stand auf dem Flugplatz, fertig zum Motor einlaufen lassen. Der Magnum lief vom Start weg sehr gut und ließ keine Wünsche offen. Die 15ccm hatten echt guten Sound und ließen auf vieles hoffen. Nach einigen Tankfüllungen im Stand kam dann der Moment, wo die Me-109 Luft unter die Räder bekommen sollte. Der Erstflug verlief im Großen und Ganzen erstaunlich gut. Lediglich das höhere Gewicht der Fläche und die geringere V-Form, welche mein Vater dem Vogel hatte zukommen lassen, machten sich bemerkbar. Die Me-109 flog wie ein Brett. Windstöße machten ihr erheblich weniger aus, als meiner alten Me-109 und Kurvenflug war richtig Arbeit am Sender geworden. Wenn das Modell auf einem zukommt, so denkt man, es hätte negative V-Form. Dadurch muß das Modell nicht nur aktiv in die Kurve gelegt werden, sondern auch aktiv in den Geradeausflug zurückgebracht werden. Jede Kursänderung muß dem Modell komplett vorgegeben werden. Das war eine ganz schöne Umstellung zum Schwestermodell, welches ja so gutmütig war. Aber die Arbeit hatte sich gelohnt, soviel stand schon fest. Auch das Flugbild mit eingefahrenem Fahrwerk war ein ganz anderes. Aber genießen konnte ich das noch nicht. Das schlimmste, die Landung, lag ja noch vor mir. So ein Einziehfahrwerk ist eine Ecke empfindlicher als ein einfacher Stahldraht, den man einfach wieder "hinbiegen" kann, sollte man mal hart aufgesetzt haben. Auf Grund der direkteren Flugeigenschaften, hatte ich mit größeren Problemen gerechnet, aber außer einer höheren Landegeschwindigkeit, verlief die Landung relativ problemlos. Der Fahrwerksstahl hatte sich nur minimal verformt und konnte ohne große Probleme wieder gerichtet werden.

Das Fahrwerk Nr.2
Wie oben beschrieben, war ich mit dem Fahrwerk eigentlich ganz zufrieden. Das langsame Einfahren der Konstruktion machte sich vom Flugbild ganz gut. Doch eines Tages machte es bei einer gar nicht so harten Landung schlapp. Die Hauptachse, auf der das Fahrwerk schwenkte, brach. Jetzt war ich nicht mehr so davon überzeugt, was der Hersteller versprochen hatte. Aber immerhin machten sich jetzt die abschraubbaren Zugänge zu der Tragflächentechnik bezahlt. Ohne die komplette Bespannung zu entfernen, bekam ich relativ leicht Zugang zu der Technik. Und so kam es, daß die komplette Fahrwerksmechanik gegen die eines anderen Herstellers gewechselt wurde. Im Zuge des Umbaus mußten nun auch noch zwei Servos nachgerüstet werden, da das neue Fahrwerk nicht mehr über einen eigenen Antrieb verfügte. Nach dem Umbau wurde die Tragfläche wieder verschlossen und neu lackiert. Das neue Fahrwerk funktioniert bis jetzt ohne Probleme und ich hoffe, daß ich noch viele schöne Stunden mit dem Modell erleben werde.