Alex's Modellbauseite
         
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     ...und so danach....




























































































































































Die Corsair. Für mich ist es eines der schönsten Flugzeuge aus dem zweiten Weltkrieg. Die Knickflächen hatten es mir schon in meiner Kindheit angetan und auch der große Sternmotor ist ziemlich beeindruckend. Im Sommer 2004 hatte ich die Gelegenheit, zwei Originale auf der Flugshow in Duxford bei Cambridge, zu besichtigen. Nur ein Modell nannte ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht mein Eigen. Auf der Suche war ich schon länger, aber das Passende Großmodell hatte ich noch nicht gefunden. Bei all der Suche nach dem richtigen Modell, bin ich aus Versehen an einem großen Doppeldecker hängengeblieben. Ein zweites großes Modell, war aus Platzgründen nicht mehr drin. Die Kapazitäten auf dem Dachboden sind eben begrenzt. Eines Tages traf ich dann doch noch auf ein ansprechendes Modell. Eine Corsair der Firma Hangar-9 wurde bei Ebay zum Kauf angeboten. Ein ARF Modell aus den USA mit 1,65m Spannweite. Für ein Modell dieser Größe war schnell ein Lagerplatz gefunden und so habe ich bei dem Modell zugeschlagen.
Ein paar Tage später, wurde das Modell sehr gut verpackt angeliefert. Die einzelnen Modellteile machten einen guten und sauber gebauten Eindruck. Die Fläche wurde dreigeteilt geliefert. Ein Mittelstück und zwei Endstücke. Die Trennung erfolgte, wie auch bei vielen anderen Modellen der Corsair, genau im Knick. Die Einziehfahrwerke waren bereits samt Gestänge montiert. Der Rumpf wurde in einem Stück geliefert, nur die Leitwerksteile mußten noch eingebaut werden. Dem Modell lagen auch die ganzen benötigten Kleinteile und die imposante Motorhaube bei, welche entfernt an einen Kochtopf ohne Boden erinnert. : Aber nur vom bloßen Schauen ging es nicht vorwärts. Also nichts wie die Bauanleitung suchen und ab ging es. Da das Modell schon ziemlich weit vorgefertigt war, gab es nicht mehr unendlich viel zu tätigen. Eine der ersten Arbeiten war das Leimen der Tragfläche. Die drei Einzelelemente wurden hierzu mit Epoxy zusammengefügt. Einziges Problem dabei war das lange Warten bis der Kleber bindet. Einsteins Relativitätstheorie kann ganz schön grausam sein. Klebt man Scharniere ein, so vergehen die Minuten bis das der Kleber anzieht wie im Flug. Man ist beschäftigt, den Kleber in die Schlitze der Scharniere zu drücken und ist froh, wenn man alles vor dem Abbinden schafft. Bei der Tragfläche war dies genau andersherum. Die Stirnseiten der Flächensegmente waren schnell mit Kleber versehen, aber das Warten auf das Abbinden dauerte eine Ewigkeit. Die ganze Zeit mußte die Tragfläche gehalten und fixiert werden, damit die einzelnen Segmente nicht gegeneinander verrutschten. Minuten kamen einem vor wie Stunden. Aber auch die Zeit verging und so folgte der Einbau des Fahrwerkservos. Ein zentrales Low-Profile Servo in der Mitte, welches beide Fahrwerke betätigen sollte, war der Plan des U.S. Herstellers. Zwei Mechaniken, welche sauber von einer Endposition bis in die andere Endposition betätigt werden müssen und ein Servo? Mir kamen da Zweifel, aber da der Aufbau sehr sauber war, wollte ich es probieren. Ich hatte die Wahl zwischen einem Servo etwas schwächeren Servo, welches aber proportional arbeitet und einem etwas stärkeren, welches nicht proportional arbeitet. Ich entschied mich für das proportional arbeitende Servo, da es mir die Möglichkeit gab, den Verfahrweg sauber einstellen zu können. Die Montage verlief recht problemlos, jedoch mußte ich feststellen, daß ein symmetrischer Verfahrweg nicht gegeben war. Beide Fahrwerksbetätigungen und Umlenkungen waren symmetrisch im Modell angeordnet, aber der Bezug zum Servokreuz war unterschiedlich. Hierdurch kam es zu Unterschieden im Verfahrweg. Zwischen beiden Seiten mußte vermittelt werden, was im Grundsatz schon schlicht Pfusch bedeutet. Nachdem der Mittelweg gefunden war, kam die Generalprobe. Fahrwerk rein, Fahrwerk raus…. prima, alles funktionierte. Doch etwas fehlte noch. Richtig, die Räder waren noch nicht montiert gewesen. Also ein zweiter Versuch, diesmal mit Rädern. Und siehe da, nix geht. Nach 45° Grad war das Ende erreicht. Das Servo hatte nicht genug Kraft, das Fahrwerk zu einzufahren. Ein Servo war schlicht zu wenig. Und ob das etwas stärkere ausgereicht hätte, ich wag es zu bezweifeln. Da mich der Grundgedanke, zwei Fahrwerke mit einem Servo zu betreiben, von Anfang an nicht begeistert hatte, habe ich kurzer Hand ein zweites Servo nachbestellt. Auf Grund der flachen Bauhöhe der Servos war es möglich, diese direkt n die Flächen zu montieren. Hierzu mußte ich zwei einzelne Servohalter aus Holz anfertigen, die Servos montieren und dann die gesamte Einheit durch den Fahrwerkschacht in der Tragfläche montieren. Ziemlich kniffelig, aber es hat funktioniert. Jetzt war auch genug Kraft vorhanden, das Fahrwerk problemlos ein und ausfahren zu lassen. Auch die Servowege konnten jetzt einzelnd eingestellt werden. Da über die Timerfunktion der MC-24 eine Funktion zeitlich verzögert ausgeführt werden kann, ist auch das langsame Einziehen des Fahrwerkes möglich. Weniger Probleme gab es bei den Querrudern. Die Ausschnitte für die Servos waren groß genug, so daß sie sich derart problemlos montieren ließen, daß es hier nicht weiter erwähnt werden muß. Im nächsten Schritt kam der Rumpf an die Reihe. Hier hatte ich in einem amerikanischen Forum schon abenteuerliches gelesen. Einem Hobbykollegen dort soll die ganze Rumpfschnauze weggeflogen sein, weil er den Motor etwas größer als vorgesehen gewählt hatte. Ein Foto war auch zu sehen. Dieser Modellbauer hatte sich beim Hersteller beschwert und dieser hatte als Korrekturmaßnahme eine Verstärkung des ersten Spantes vorgenommen. Da meine Corsair auch leicht übermotorisiert werden sollte, wurde sofort ein Blick ins Rumpfinnere geworfen. Die Verstärkung in Form ein paar eingeklebten Holzwürfel war vorhanden, überzeugte mich aber nicht ganz. Auch an dieser Stelle wurde noch etwas modifiziert und verstärkt. Im nächsten Schritt mußte das Leitwerk montiert werden und die Anlenkung realisiert werden. Und schon wieder sträubten sich mir die Nackenhaare. Für ein Seitenruder, zwei getrennte Höhenruderklappen und ein Spornrad waren genau zwei Servos vorgesehen. Mein Gefühl sagte mir, daß es hier zu viele Funktionen für nur zwei Servos gab.
Da das "Manual" auf englisch geschrieben war, nahm ich mir jetzt besonders viel Zeit, der Sache zu folgen. Folgendes hatten sich die Diplomkonstrukteure vom anderen Ufer ausgedacht. Die beiden Höhenruderklappen sollten mit einem Stahldraht verbunden werden, welchen man zuvor zu einem "U" biegt und dann in die einzelnen Höhenruderklappen steckt. Nett gemeint, aber in der Regel hat die nicht direkt angelenkte Seite mehr Spiel, als die Andere. Bei höheren Geschwindigkeiten neigt die indirekt angelenkte Seite sogar eher zum Flattern. Aus diesem Grund beschloß ich mich, dem Höhenruder zwei Servos zu spendieren. Noch schlimmer sah es beim Seitenruder aus. Hier verstand ich zuerst gar nicht, wie das funktionieren sollte. Das Servo für das Seitenruder sollte hinten im Rumpf sitzen und nach unten aus dem Rumpf herausschauen. Das Servokreuz hätte dann also direkt vor dem Spornrad gesessen und selbiges angelenkt. Und wie sollte jetzt das Seitenruder angelenkt werden??? Die Drehachse des Spornrades wurde durch den gesamten Rumpf nach oben geführt und endet genau an der Stelle, wo die Scharniere des Seitenleitwerkes sitzen. Der Fahrwerksstahl des Spornrades ragt also oben aus dem Rumpf heraus, soll dort um 90° Grad nach hinten abgewinkelt werden, danach in die bewegliche Seitenruderflosse gesteckt werden und dann das Seitenruder ansteuern. Zu deutsch, daß fast überflüssige Spornrad wird direkt angesteuert und falls das Lust hat, dann wird über dessen Drehachse quer durch den Rumpf evtl. auch noch das Seitenruder bewegt. Diese Theorie mußte ich erstmal verdauen. Um es kurz zu machen, auch hier bin ich von dem Plan abgewichen, zumal sich nicht einmal die Anlenkung des Spornrades verdrehsicher auf dem Fahrwerksstahl montieren ließ. Ein Absturz wäre vorprogrammiert gewesen. Das Servo für das Seitenruder wurde letztlich seitlich in den Rumpf integriert. Von dort aus steuert es das Seitenruder direkt an. Die abenteuerliche Fahrwerkskonstruktion habe ich jetzt dafür verwendet, das Spornrad vom Seitenruder aus, indirekt anzusteuern. Die restliche Montage der Corsair verlief relativ problemlos. Lediglich ein zusätzliches Distanzstück für den OS-108 mußte angefertigt werden. Ein Metallbetrieb, nur ein paar Orte entfernt, hat mir dieses preiswert angefertigt.
Geflogen ist die Corsair noch nicht, aber bereit dazu ist sie. Einen Probelauf habe ich im Herbst 2005 noch geschafft, dann kam jedoch die kalte Jahreszeit. Mal schauen ab wann mir das Jahr 2006 die Möglichkeit gibt, die Corsair ihrem Element zu übergeben.